Beim Versagen der transforaminalen, periradikulären Therapie, kann ggf. durch eine Katheterbehandlung doch noch eine Operation vermieden werden.

Sie besteht in der Anlage eines Katheters in den Epiduralraum, wo sich der Bandscheibenvorfall befindet und durch den über mehrere Tage schmerzstillende und gewebeabschwellende Injektionsgemische eingespritzt werden. Das bekannteste Verfahren ist die Methode nach Racz, wo an 3-4 aufeinanderfolgenden Tagen ein Gemisch aus Lokalanästhetikum, Kortison, des Enzyms Hyalase und hypertoner Kochsalzlösung verabreicht wird.

Diese Methode wird allerdings allgemein zu oft angewandt.
Es gibt derzeit nur zwei Diagnosen, die den Einsatz einer Katheterbehandlung rechtfertigen und wobei gute Ergebnisse erzielt werden:

  • der relativ frische Bandscheibenvorfall
  • und das sog. Postnukleotomiesyndrom

Letzteres ist der Sammelbegriff für schmerzhafte Zustände nach Bandscheibenoperationen, wo es unter anderem zur Ausbildung von Vernarbungen im Epiduralraum gekommen ist (s. auch später unter Neuromodulation).

Die Katheterverfahren sollten jedoch auch wegen des Einsatzes potenziell gewebeschädlicher Substanzen, wie das hypertone Kochsalz, zurückhaltender eingesetzt werden. Zumal diese Verfahren durch die oben beschriebenen, transforaminalen, durchleuchtungsgestüzten Injektionen vielfach ersetzt werden können. Zusätzlich birgt das über mehrere Tage angelegte und nach außen abgeleitete Kathetersystem das Risiko einer erhöhten Infektionsgefahr.

 


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