produkt_synergyUnter Neuromodulation oder neuromodulativen Verfahren versteht man die Behandlung schwerster chronischer Schmerzen mittels Veränderung oder Hemmung der Schmerzbahnen – und Zentren auf der Ebene des Rückenmarks oder des Gehirns.

Hier können Schmerzbahnen geblockt oder schmerzhemmende Nervenbahnen aktiviert werden.

Dies geschieht durch zwei unterschiedliche Techniken:

  • 1. der Neurostimulation durch den Einsatz von 1 oder 2 Elektroden
  • 2. der intrathekalen Pharmakotherapie durch Medikamentenpumpen

Bei der Neurostimulation unterscheiden wir die periphere Nervenstimulation (PNS), wo eine Elektrosonde an einen Nerven im Arm oder Bein angebracht wird (z.B. isolierte Nervenschmerzen), der intrakraniellen Stimulation (ICS), wo diese Sonde in gewisse Hirnareale implantiert wird (z.B. Schmerzen nach Hirninfarkt, Parkinsonsche Erkrankung) oder der Rückenmarkstimulation (SCS, siehe unten).

Unsere Praxis hat seit 1994 reichhaltige Erfahrung auf dem Gebiet der Neuromodulation und wendet diese Verfahren überwiegend auch ambulant an.

Die Rückenmarkstimulation (SCS = spinal cord stimulation)

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Ist die bei weitem häufigste Form der Neurostimulation. Sie kommt bei verschiedenen Indikationen von Bein- oder Armschmerzen zur Anwendung. Dabei werden den Patienten in örtlicher Betäubung eine oder zwei dünne, flexible Elektroden hinter das Rückenmark in den Epiduralraum implantiert, die mit einer Batterie (dem Generator), die unter die Bauchhaut eingebracht wird, verbunden werden. Der Patient kann mit einer Handbedienung das Gerät ein- und ausschalten, sowie die Stärke der gewünschten Stimulation nach Bedarf regulieren. Ist das System in Betrieb, so verspürt der Patient an der Stelle, wo er im Alltag Schmerzen empfindet, nun ein angenehmes, weiches Kribbeln.

Dieses Verfahren bietet u.a. auch den Vorteil, dass seine Wirksamkeit in einer Testphase über 1- 2 Wochen ausgetestet werden kann, bevor die Batterie unter die Bauchhaut implantiert wird. Bei Unwirksamkeit werden die Elektroden einfach entfernt. Während die älteren Batterien nach 3-5 Jahren erschöpft sind und ausgetauscht werden müssen, wurde eine neue Generation hervorgebracht, die wieder aufladbar sind und somit eine Lebensdauer von 9 Jahren vorweisen.

Indikation

Die Rückenmarkstimulation kann bei folgenden Schmerzkrankheitsbilder indiziert sein : Rücken- Beinschmerzen nach Bandscheibenoperationen (Postnukleotomiesyndrom), oder Verletzungen, besonders wenn die Schmerzen Bein betont auftreten. Neuropathische Schmerzen bei CRPS 1 und 2 (Auch Sympathische Reflexdystrophie, M. Sudeck und Kausalgie genannt). Nervenschmerzen nach Verletzungen und Operationen (z.B. Postthorakotomieschmerz nach Lungen- oder Herzoperationen, Plexusverletzungen, Stumpf- und Phantomschmerzen). Nervenschmerzen bei Stoffwechselstörungen in den Armen und Beinen wie z.B. Polyneuropathie bei Diabetes . Ischämieschmerzen bei Durchblutungsstörungen an Armen u. Beinen. Herzschmerzen im Bereich der Brust bei Herzdurchblutungsstörungen (Angina pectoris), die kardiologisch nicht mehr zu therapieren sind. Schmerzen nach einer durchgemachten Gürtelroseninfektion ( sog. Postzosterische Neuralgie)

 

 


 

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